Housesitting: 16 Warnsignale, warum du einen Housesit nicht machen solltest

Seit 4 Monaten bin ich wieder unterwegs, indem ich auf fremde Häuser aufpasse und ich liebe es! Kann es etwas Besseres geben, als so gut wie kostenlos durch die Gegend zu reisen und dabei wunderbare Tiere und Menschen kennenlernen zu dürfen? Ich glaube nicht. Trotzdem gibt es immer wieder Berichte & Artikel von Horror Housesits des Grauens und auch ich hatte schon Housesitting Erfahrungen, die alles andere als schön waren. Damit dir diese Erfahrung erspart bleibt, habe ich dir 16 Warnsignale zusammen gesammelt, bei denen du die Beine in die Hand nehmen und rennen solltest. Sehr schnell und ganz weit weg.

Nr. 1 Du weißt nicht, wie das Haus aussieht

Ich möchte, dass du mir etwas versprichst: Sage niemals einem Owner zu einen Housesit bei ihm zu machen, wenn du keine Fotos von dem Haus gesehen hast. NIEMALS! Ich bin damit einmal so auf die Schnauze gefallen. Beschreibung: schöne traditionelle Finca in Spanien. Realität: dunkles, dreckiges altes Haus mit vergammelten Fleischresten auf dem Kühlschrank.

Nr. 2 Du sollst Geld für Wasser, Strom & Internet bezahlen

An diesem Punkt scheiden sich die Geister, manche Housesitter finde es in Ordnung, etwas dazu zu bezahlen, ich finde es furchtbar kleinlich. Eine Hundepension für nur einen Hund kostet zwischen 30-50€ den Tag. So viel kann ich gar nicht duschen. Für mich ein Zeichen, dass die Hausbesitzer sehr geizig sind und da nur Ärger auf mich zu kommt.

Nr. 3 Unaufgeräumte Fotos des Hauses

Kurz und knapp: Wenn sie noch nicht mal für ein Foto aufräumen können, werden sie dann für dich aufräumen? Ich glaube nicht.

Nr. 4 Sehr fordernde Beschreibungen

Manchmal lese ich Housesitting Beschreibungen und fühle mich, als ob der Hausbesitzer mich anschreien würde. Der Sitter MUSS sehr sauber sein, MUSS schon 20 Katzen gesittet haben und darf AUF GAR KEINEN FALL Single sein. Wenn ich so etwas lese, habe ich schon keine Lust mehr. Das geht auch in freundlich. Achtung: Manchmal ist es keine Unhöflichkeit, sondern der Google-Übersetzer, wenn Leute kein gutes Englisch sprechen. Das unterscheiden zu können, ist nicht immer einfach.

Nr. 5 Du darfst nur in der Rumpelkammer schlafen

Ich lese immer wieder in Housesitting Anzeigen, dass nur in einem Nebengebäude geschlafen werden darf, nur im Kinderzimmer, nur im kleinen rumpeligen Gästezimmer. Wenn man als Hausbesitzer nicht möchte, das fremde Leute im eigenen Bett schlafen und du ein richtig schönes Gästezimmer hast kein Problem. Vollkommen in Ordnung. Wenn nicht, ist Housesitting einfach nicht das Richtige für dich und du suchst eher einen kostenlosen Tiersitter, Gärtner oder Reinigungskraft, der sich auch mit einem Zimmer für die untere Arbeiterklasse begnügen kann.

Nr. 6 Der Sitter soll so ordentlich sein, dass es so aussieht, als ob nie jemand da gewesen wäre

Ein Satz, der mir in Beschreibungen immer sehr negativ auffällt. Ich bin ein sehr ordentlicher Mensch, aber möchte ich wirklich einen Housesit machen, bei dem sich die Person wünscht, dass es so aussieht, als ob ich nie da gewesen wäre? Ich glaube nicht. Das gleiche gilt, wenn im Text fünf Mal erwähnt wird, dass der Sitter WIRKLICH ordentlich und sehr sauber sein muss. Manche Erwartungen kannst du nicht erfüllen.

Nr. 7 Der Owner beschwert sich in einer Tour über frühere Housesitter

Ich hatte auch schon schlechte Housesits, trotzdem würde ich mich bei einem Call zum Kennenlernen niemals im Detail über Owner beschweren, mit denen ich meine Probleme hatte. Das macht man einfach nicht. Außerdem hast du damit fast die Garantie, dass du der Nächste bist, über den gelästert wird.

Nr. 8 Separation Anxiety & das Tier kann nur zwei Stunden allein bleiben

Ich persönlich passe nicht auf Tiere auf, die nicht mindestens für 4-6 Stunden allein sein können. Wenn ich die Worte „Separation Anxiety“ lese, bin ich in der Regel raus. Du solltest als Housesitter nicht immer den ganzen Tag weg sein, aber ein paar Stunden, um die Gegend erkunden zu können, müssen schon drin sein.

Nr. 9 Detaillierte Abläufe wie du dich um Haus & Tiere zu kümmern hast

6:30 Aufstehen und der Katze einen Löffel Nassfutter geben

7:00 Eine Stunde mit dem Hund spazieren gehen

8:00 Der Katze ein wenig Trockenfutter geben

8:30 Mit dem Hund spielen

9:00 Die Katze auf den Balkon lassen damit sie auf ihrem Lieblingsplatz sitzen kann

Nein, das ist kein Scherz. Ich habe solche Beschreibungen schon mehrfach gesehen und es ist ein riesiges orange blinkendes Warnsignal für mich. Du bist kein Klon des Hausbesitzers und seines Tagesablaufs.

Nr. 10 Du magst den Hausbesitzer nicht

Du hast deinen ersten Call, ihr lernt euch kennen und du merkst, dass dir der Hausbesitzer nicht sympathisch ist. Eigentlich kein großes Problem, denn du musst ja maximal ein paar Stunden mit ihm verbringen, aber ich sage in solchen Fällen ab. Nicht jeder Owner muss mein neuer bester Freund werden, aber man muss ein bisschen auf einer Wellenlänge sein und ähnliche Vorstellungen haben, damit der Housesit für beide eine gute Erfahrung ist.

Nr. 11 Du sollst für Gärtner & Reinigungspersonal bezahlen

Wenn die Hausbesitzer entscheiden, dass Gärtner & Reinigungspersonal auch während deines Housesits kommen sollen, finde ich es eine Frechheit zu verlangen, dass der Sitter sie bezahlt. Geht für mich einfach gar nicht.

Nr. 12 Du sollst dich mehrmals am Tag mit Fotos melden

Es ist normal, vorher mit den Ownern abzumachen, wie oft du dich mit Updates bei ihnen melden sollst. Meine persönliche Grenze ist einmal morgens und einmal abends. Bei allem, was darüber hinaus geht, sage ich ab. Das hat für mich etwas von einem ausgewachsenen Kontrollzwang. Wenn man seinem Sitter so wenig vertraut, kann man es auch gleich lassen.

Nr. 13 Kaum Informationen im Listing

Wenn dort nur ein paar Sätze stehen, lohnt es sich gar nicht erst anzufragen. Denn das heißt, du müsstest dem Owner wirklich jede klitzekleine Information, die für dich wichtig ist, aus der Nase ziehen. Super nervig.

Nr. 14 Keine Fotos der Tiere

Ähnlich wie wenn keine Fotos der Wohnung da sind, frage ich auch keinen Housesit an der keine Fotos der Tiere hat, auf die ich aufpassen soll. Gibt mir immer ein mulmiges Gefühl mit was ich am Ende wohl da stehe.

Nr. 15 Negative Bewertungen oder keine Bewertungen der letzten Housesitter

Eigentlich logisch, aber du solltest dir auf jeden Fall die Bewertungen durchlesen. Achte auf kleine versteckte Formulierungen. Kaum einer wird schreiben, dass das Haus vor Dreck gestarrt hat, sondern es sind eher kleine Wörter wie „ausreichend sauber“. Ein Hinweis auf ein schlechtes Housesitting Angebot ist es auch, wenn mehrere Sitter hintereinander keine Bewertung hinterlassen haben. Wichtig: Es kann ein Hinweis sein, muss aber nicht. Aber es wird durchaus als inoffizieller „hier lieber nicht hinfahren“ Code genutzt.

Geheimtipp: Lese dir auch die Bewertungen durch, die die Owner für vorherige Housesitter geschrieben haben. Das sagt viel über Menschen aus.

16. Hör auf dein Bauchgefühl

Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, auch wenn du es nicht benennen kannst, sag ab. Egal wie schön das Haus aussieht und auch wenn es an einem Ort ist, an dem du schon immer mal reisen wolltest. Dein Bauchgefühl ist das wichtigste Instrument, das du hast, um Housesits herauszufiltern, die für dich nicht die Richtigen sind.

Am Ende hat jeder Housesitter seine eigenen Warnsignale, die für ihn nicht gehen und mit der Zeit wirst du herausfinden, was deine sind. Ich hoffe aber sehr, dass ich dir die ein oder andere unangenehme Housesitting Erfahrung ersparen konnte, indem ich meine Top oder eher Flop 16 mit dir geteilt habe. Nicht vergessen: Es gibt so viele großartige Housesittingstellen und nur ein paar wenige schwarze Schafe. Nicht den Mut verlieren und lieber suchen, bis es für dich passt und du ein richtig gutes Gefühl hast.

 

Ich bin sehr gespannt, wo bei dir die Alarmglocken klingeln, wenn du dich für ein Housesitting bewerben möchtest. Erzähl mir doch davon in den Kommentaren! Was sind deine Warnsignale für ein schlechtes Housesitting?

Erzähle mir gerne auf Instagram von deinem Housesitting. Einfach meinen Community Hashtag #mutigeangsthasen benutzen und dich von anderen Reisenden inspirieren lassen!

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Luise Kenner ist Gründerin & Reisebloggerin von "Falubeli – dem Reiseblog für mutige Angsthasen", der Blog, auf dem du gerade diesen Artikel liest. Sie unterstützt dich dabei deine Traumreise zu verwirklichen, hilft dir diese zu planen, gibt einfache & praktische Tipps zum Reisen und zeigt dir ihre liebsten Reiseziele und Unterkünfte mit Wohlfühlgarantie. Wenn Luise entspannt reisen kann, kannst du es auch!

2 Comments

  • Superhilfreich, danke dir! Ich überlege, das auch mal auszuprobieren. Habe mich bei Trusted Housesitters (noch ohne Gebühr) registriert. Hast du Erfahrungen mit denen? Kommen dir auch manchmal Angebote unter, bei denen Pflanzen gegen Tiere ausgetauscht werden? 🙂 Mit denen kann ich nämlich besser. Oder anders: ich hab nie selbst Haustiere gehabt und etwas Angst davor.

    • Hallo Evelyn,

      vielen Dank für deinen Kommentar und wie schön, dass dir der Artikel weiterhelfen konnte! Ich finde meine Housesittingstellen hauptsächlich über Trusted Housesitters und kann die Seite sehr empfehlen. Ich glaube ich habe mal ein einziges Pflanzenangebot gesehen. D.h. das gibt es schon, aber da musst du wirklich Glück haben auf so etwas zu stoßen. Am besten fängst du mit einer Katze an, da kann gar nicht so viel schief gehen ;D

      Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg!
      Liebe Grüße
      Luise

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